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 "I did it my way!"

 

Harald Juhnke verstarb am 01. April 2005 und geht als letzter der "großen Alten aus Berlin". Ihm voraus ging zuletzt seine gute Freundin Brigitte "Biggi" Mira und auch noch in Erinnerung Günther "Fitze" Fitzmann.

 

Nun fragt sich sicher der Eine oder Andere, warum ich dies auf meiner Seite erwähne, und dies will ich gern erklären:

 

Harald Juhnke und mich verbindet mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Er war der größte deutsche Entertainer meiner Kindertage, er war „Der Hauptmann von Köpenick“, er war Alkoholiker und wir kannten uns.

 

Einen seiner letzten großen Auftritte hatte er mit "Der Hauptmann von Köpenick". Ich selbst verbrachte sechs meiner neun Dienstjahre bei der Polizei in Köpenick. Das ist das weit Entfernteste, was uns verbindet.

 

Dass er ein Alkoholiker war, ist wohl kein Geheimnis. Er selbst sagte einmal in einem Interview: „Jede Familie hat doch einen ‚Onkel Fritz’. Onkel Fritz hat Weibergeschichten und säuft, aber alle haben ihn gern. Wenn Onkel Fritz kommt, ist immer was los, dann wird es lustig. Ich bin der Onkel Fritz von Berlin!“ Vielleicht hatte er es schwerer trocken zu werden, was er ja nie schaffte, durch seine Berühmtheit. Vielen Leuten fällt zuerst seine Sauferei ein, wenn sie seinen Namen hören. Man sollte sich mehr an den Sänger, Entertainer und großartigen Schauspieler erinnern.

 

Ja, wir kannten uns. Gut, „kannten“ ist wohl etwas hochstaplerisch übertrieben, aber ich durfte Harald Juhnke begegnen. Es war am 29.Oktober 1994, anlässlich der 90. "Wetten dass..?"-Sendung. Die letzte Wette war, dass 83 Berliner Polizisten eine Pyramide auf neun „nicht technisch miteinander verbundenen“ Motorrädern bilden und damit mehr als 100 m fahren. Das wäre Weltrekord mit Guinessbuch-Eintrag gewesen. Aber zurück zu Harald Juhnke. Vor der Sendung waren auch beim ZDF und den prominenten Gästen alle etwas nervös. Ich schlich durch den Backstagebereich auf der Suche nach Feuer. Mal wieder hatte ich Zigaretten, aber kein Feuerzeug in der Motorradkombi. Plötzlich standen Harald Juhnke und Roger Williamsen vor mir. Herr Juhnke hatte wie immer eine Zigarre in der Hand und Herr Williamsen eine Zigarette. Nun muss ich gestehen, dass mir zum damaligen Zeitpunkt Roger Williamsen gänzlich unbekannt war und so hielt ich ihn für den Personenschützer von Harald Juhnke. Da es unter Polizisten üblich war sich mit "DU" anzusprechen, ich eindeutig als Polizist zu erkennen war und Herr Williamsen der vermeintliche Kollege war, fragte ich ihn mit Berliner Schnauze: „Haste mal Feuer?“ Herr Williamsen schaute leicht verdutzt und gab mir Feuer. Mit einem freundlichen „Danke, wünsche den Herren noch einen schönen Abend!" drehte ich mich um und wollte gehen.

 

„Warte mal, Kleener!", rief mir eine wohlbekannte Stimme hinterher. „Ihr seid von der Berliner Polizei? Warum hab ick eure Wette nich?" Ich konnte Herrn Juhnke diese Frage nicht beantworten und als er sagte "Dit jibt’s doch janich, wo is der Gottschalk?" hielt ich es für besser zu gehen. Als wir am Ende der Sendung dann den Weltrekord aufstellten, auch Wettkönige wurden und außerdem noch die 5.000,- DM Wettgewinn dem „Weißen Ring“ spendeten, machte Herr Juhnke ein sehr stolzes Gesicht.

 

Ich möchte Harald Juhnke posthum für dieses Erlebnis danken, das mir immer in Erinnerung bleiben wird und wünsche mir, dass man ihn als Mensch und Künstler in würdigem Gedächtnis behält, nicht als ‚Onkel Fritz’.