Am 29.07.2011
fuhr ich mit meiner Mopedtruppe nach Polen, das Ziel war
Katowice, der Anlass die Besichtigung der KZs
Auschwitz-Birkenau und Auschwitz. Es wurde ein unwirkliche
Reise, die die komplette Facette menschlicher Gefühle
beinhaltete.
Die Anreise bis
zur polnischen Grenze war nass, aber der Regen machte an den
Staatsgrenzen halt. So kamen wir nach einer anstrengenden
Fahrt am späten Nachmittag in unserem Hotel in Katowice an.
Wir genossen
eine Dusche, erholten uns etwas und fuhren dann ins Zentrum,
wo bereits eine Gaststätte ausgemacht war. Im landesinnere von
Polen spricht man kein Deutsch, wie man es vom Grenzgebiet her
gewohnt ist, aber mit der englischen Sprache kommt man weiter.
Nach einem guten Abendessen, ließen wir den Abend in der
Hotelbar ausklingen und gingen zeitig ins Bett.
Am nächsten
morgen stärkten wir uns bei einem Frühstück und fuhren dann
Oświęcim... Auschwitz. Zuerst stand bei uns das KZ Birkenau
auf dem plan. Als wir um eine Ecke bogen, stockte mir der
Atem. Aus dem nichts waren wir in einer Strasse, die von
Wachtürmen gesäumt war, Stacheldraht und dahinter Baracken.
Keine großartigen Hinweisschilder oder Wegweiser... einfach
nur plötzlich da. Auf einem Parkplatz stellten wir die Mopeds
ab und standen auch schon vor dem weltbekannten Haupttor,
durch das damals die Züge fuhren.
Wir begannen das Areal auf eigene Faust zu erkunden, standen
in Baracken und an Zäunen.
Und immer dann,
wenn man dachte, das es nicht noch schlimmer kommen konnte,
genau dann schlug die Grausamkeit weiter zu. In einer Baracken
waren auffallend kleine "Betten", die auch "bunt" gestrichen
waren... eine "Unterkunft" für Kinder.
Etwas weiter
ein idyllisch anmutender Teich in einer waldähnlichen Ecke und
davor drei Granitblöcke. Auf diesen Stand, das die Asche
unzähliger Toter in diesen Teich geschüttet worden ist.
Ein Areal, wo
nur noch die Fundamente der Baracken standen. Diese Baracken
diente der Lagerung der Gegenstände, die den Menschen
abgenommen wurden. Unter einer Glasscheibe konnte man
unzählige Gabel, Messer und Löffel sehen... auch ganz Kleine.
Wir gingen durch die Fundamente und fanden einen ganz kleinen
Löffel... den wir auf die Glasscheibe legten.
Die Gefühle
schwankten zwischen Trauer, Erschütterung, Bestürzung,
Fassungslosigkeit und
Unglaube, das Menschen zu so
etwas fähig sein können.
Im Anschluss
fuhren wir zum KZ Auschwitz. Und die mitgenommenen Gefühle
ebbten dort nicht ab.
Am frühen Abend
fuhren wir zurück nach Katowice... still, leise, jeder in sich
gekehrt. Die Probleme, die das Leben so mit sich bringen,
erschienen als Gegenstandslos. Wir genossen ein perfektes
Essen in einem Restaurant und fanden langsam wieder in unser
Leben zurück. Und ja, es wurde an dem Abend auch wieder
gelacht... was einem selbst fast als bizarr erschien.
Am nächsten
Morgen traten wir die Heimfahrt an, welche von Dauerregen
geprägt war.
Diese Reise,
diese anstrengenden 1.200 Km in 60 Stunden, die Eindrücke und
Erlebnisse, das Wechselbad der Gefühle... eine
unbeschreibliche Erfahrung, die ich Jedem wünsche!
Ich habe
versucht diese Stimmungen und Gefühle in Bildern
festzuhalten... aber das ist nur im Ansatz möglich.